Irgendwie geht's weiter

Außergewöhnliche Schicksale im 19. Jahrhundert

eine Sammlung von wahren Lebensgeschichten
erforscht und aufgeschrieben von

Gisela Dirac-Wahrenburg

 

 

Marie d’Angreville
eine der ersten Scheidungen im Kanton Wallis

traduction française


Marie Bertrand geb. d'Angreville

 

 

Marie d’Angreville  * 8 Jul 1859 St. Maurice  + 15 Mar 1934 Saxon
oo 20 Aug 1877 (Scheidung 7 Apr 1891)

Louis Joseph Ernest Bertrand
 * 1 Nov 1830 St. Maurice   + 26 Feb 1908 St. Maurice
Vermessungsingenieur

Kinder :

1. & 2. Totgeborene Zwillingssöhne  * + 30 avr 1878
3. Marie Aglaë Henriette (Mimi) Bertrand  * 12 Apr 1879 St. Maurice  + 1 Jan 1938
4. Marie-Louise (Toutou) Bertrand  * 6 Okt 1880 St. Maurice  + 27 Nov 1949
5. Jules Bernard Auguste Bertrand  * 10 Jul 1882 St. Maurice  + 26 Aug 1943
6. Adrien Alfred (Didi) Bertrand  * 27 Mai 1884 St. Maurice  + 22 Jun 1947

 


Meine Verbindung zu
Marie d'Angreville

Marie d’Angreville war eine Halbschwester der Ur-Großmutter meines Mannes. Sie war ein typisches Opfer ihrer Zeit. Mit einem 29 Jahre älteren, tyrannischen Mann verheiratet, war sie mit 27 der Versuchung erlegen, eine Beziehung mit einem Mann ihres Alters anzufangen. Ihr einflussreicher Ehemann jagte sie aus dem Haus, verbot ihr den Umgang mit den gemeinsamen Kindern und bekämpfte sie mit allen Mitteln, bis er nach einem Prozess von vier Jahren die Scheidung durchbrachte. Es war eine der ersten Scheidungen im erzkatholischen Kanton Wallis. Marie starb im Alter von 75 Jahren verarmt und verbittert. Durch ihre vier lebenden Kinder hatte sie 14 Enkel, die sie größtenteils nicht einmal persönlich kannte, und 9 Ur-Enkel.

  

Die Lebensgeschichte von Marie d'Angreville

Maries Leben hatte sehr hoffnungsvoll begonnen. Sie wuchs in einem privilegierten Haushalt bei wohlhabenden Eltern auf. Ihr Vater Jacques-Etienne d’Angreville war ein bekannter Geschäftsmann, der im sozialen und politischen Leben des Kantons Wallis eine große Rolle spielte. Er hatte unzählige Titel und Ämter sowie eine eigene Kirchenbank mit seinem Namen in der ehrwürdigen Abtei seiner Heimatstadt St. Maurice.

 

Jacques-Etiennes Großvater Etienne war 1765 aus Frankreich in die Schweiz eingewandert. Die Familie stammte aus Beaumont en Gâtinois, Seine-et-Marne, wo sie gemäß den Kirchenbucheintragungen seiner Vorfahren noch Dangreville hieß. Um dem Familiennamen einen noblen Anstrich zu geben, wurde der Name bei der Einwanderung in die Schweiz kurzerhand in D’Angreville umgewandelt. Die Vorfahren von Jacques-Etienne waren hoch angesehene Amtsanwälte (procureurs du comté), jedoch nicht adelig.
 

Maries Vater
 

Neben seinem politischen Engagement fand Jacques-Etienne Zeit für seine Blumen- und Münzsammlung. Er studierte und archivierte die Walliser Flora und legte preisgekrönte Alben an. Seine Münzsammlung mit einigen Raritäten hatte einen großen Wert. Nach seinem Tod wurde die Münzen von seinem Sohn Gistald nach und nach leichtsinnig verschleudert. Er bezahlte sogar im Café seine Zeche mit den seltenen Sammelstücken. Allem Anschein nach hatte er nicht die geringste Ahnung, wie wertvoll sie waren.

 

Maries Mutter Jeanne Derivaz stammte aus St. Gingolph am Genfersee, nahe der französischen Grenze. Sie war 27 Jahre jünger als ihr Mann. Bei der Heirat war Jacques-Etienne bereits 51 Jahre alt, sie war 24. Das Paar hatte drei Kinder: Marie wurde im Jahr 1859 (drei Monate nach der Hochzeit ihrer Eltern!) geboren, Gistald 1861 und Gondebald 1863. Gistald und Gondebald wurden nach den Söhnen des Burgunderkönigs Sigismond benannt, der heilig gesprochen wurde und dessen Gebeine in der Kirche St. Sigismond in St. Maurice aufbewahrt werden.

 

Jacques-Etienne starb nach nur acht Ehejahren im Alter von 59 Jahren und überließ seine drei Kinder im Alter von acht, sechs und vier Jahren der Obhut seiner 32-jährigen Witwe. Nach dem Trauerjahr heiratete Jeanne 1868 den Witwer Louis-François Dirac. Auch er hätte altersmäßig ihr Vater sein können. Er war 25 Jahre älter als sie.

 

Louis-François Dirac hatte bereits sechs Kinder: Louis, geb. 1836, Catherine, geb. 1839, François, geb. 1840, Maurice, geb. 1843, Louis-Alfred, geb. 1846 und Louise, geb. 1849. Catherine, François und Maurice starben als Säuglinge. Die anderen drei Kinder waren bereits erwachsen bei seiner zweiten Heirat, so dass sich Jeanne und Louis-François auf die Erziehung der d’Angreville-Kinder konzentrieren konnten. Sie bekamen noch ein eigenes, gemeinsames Kind, ihre Tochter Anaïs.

 

Anaïs Dirac, die später eine Familie mit 11 Kindern haben würde, wurde am 17. Dezember 1868 in St. Maurice geboren. Anaïs’ Eltern waren bei ihrer Geburt 58 und 32 Jahre alt. Ihr ältester Halb-Bruder Louis Dirac war nur ein Jahr jünger als seine Stiefmutter und hatte eigene Kinder im Alter von Anaïs. Louis war der Großvater des berühmten Physikers und Nobelpreisträgers Paul Dirac.

 

Die d’Angreville-Kinder schienen den Tod des Vaters, die Wiederverheiratung ihrer Mutter und die neue Situation mit der Halb-Schwester ziemlich schwer zu verkraften. Sie hatten alle drei als Erwachsene mit schwersten Problemen zu kämpfen. Der Abstieg von einem behüteten Leben in Reichtum zum bescheidenen Leben bei ihrem Stiefvater muss ihnen zu schaffen gemacht haben. Louis-François Dirac war Schreiner und verfügte lange nicht über die gleichen finanziellen Mittel wie ihr Vater. Bei ihm waren sie nicht mehr die verwöhnten Hauptpersonen. Allerdings hatten sie von ihrem Vater genug Geld für eine gute Ausbildung geerbt.

 

Gistald wurde Zahnarzt. Auf Grund seines Erbes und Berufes hätte er ein angenehmes Leben führen können. Aber seine Spiel- und Trinksucht trieben ihn in den Ruin. Er starb mit 47 Jahren völlig verarmt und ohne Nachkommen. Seine Nichten und Neffen, die Kinder seiner Schwester Marie, kamen für seine Krankenhaus- und Beerdigungskosten auf.

 

Gondebald heiratete 1886 im Alter von 23 Jahren Marie-Henriette Barman aus St. Maurice. Eines Tages verließ er seine Frau sang- und klanglos und wanderte auf Nimmerwiedersehen nach Argentinien aus. Niemand wusste, was aus ihm geworden ist, bis ich vor kurzem im Internet eine Spur von ihm fand. Im Taufregister von Palermo, Distrito Federal, Argentinien sind Gondebald D’Angreville (Gondewalde Dangrewile) und seine Ehefrau Catalina Marman als Eltern von Maria D’Angreville eingetragen. Sie wurde am 8. März 1898 getauft. Derzeit kläre ich noch ab, ob eine Josefina Florio, die ich im Internet fand, und die eine Ur-Enkelin von einer Maria D’Angreville und einem José Evaristo Vergara ist, eine Nachfahrin des ausgewanderten Gondebald D’Angreville ist.

 

Doch zurück zu Marie, die im Alter von 18 Jahren ihren 47-jährigen Vormund Louis-Joseph Ernest Bertrand heiratete. Ernest war ein guter Freund ihres Vaters. Beide waren namhafte und geachtete Personen in St. Maurice. Als Jacques-Etienne d’Angreville starb, wurde Ernest Bertrand zum Vormund seiner zukünftigen Frau, der 8-jährigen Marie, ernannt.
 

  Maries Ehemann
 

Das war ganz sicher keine Liebesheirat. Marie stammte aus gutem Haus und war eine hervorragende Partie für Ernest. Als ihr Vormund wusste er genau Bescheid über ihre finanziellen Verhältnisse. Sie war im Mädchenpensionat von St. Maurice mit Strenge erzogen worden. Dort wurden ihr alle Vorteile einer Ehe mit einem gestandenen, reiferen, wohl situierten Mann vorgegaukelt. Sie wurde nicht gefragt. Jungmädchenträume interessierten niemanden.

 

Acht Monate nach der Heirat wurde Marie von Frühgeburten entbunden. Die Zwillingssöhne starben gleich nach der Geburt. Man kann sich den Schmerz der knapp 19-jährigen Marie über diesen Verlust vorstellen.

 

Genau ein Jahr später, 1879, gebar sie ihre Tochter Aglaë. 1880 kam Marie-Louise zur Welt, 1882 Jules und 1884 Adrien. Mit 25 Jahren hatte Marie bereits sechs Kinder geboren und war wahrscheinlich total überfordert und frustriert.

 

Die vier kleinen Kinder und der autoritäre Ehemann setzten ihr zu. Sie suchte „die Leichtigkeit des Seins“ und ein bisschen Abwechslung. Im Alter von 26 Jahren fand sie Gefallen an einem jungen Mann aus St. Maurice, Jules Kuhn. Als Ernest ein paar Mitteilungen fand, die Marie mit dem Bäcker ausgetauscht hatte, bekam Maries Leben eine dramatische Wendung.

 

Am 21. Juni 1886, sofort nach der Entdeckung der Briefchen, drängte Ernest seine Frau, die Scheidungspapiere zu unterzeichnen, was sie in einem Wutanfall und ohne an die Konsequenzen zu denken tat. Sie verließ ihr Zuhause und floh zu ihrem Onkel Auguste Derivaz nach Planchamp-sur-Clarens. Ernest reichte noch am gleichen Tag die Scheidung ein. Marie kam zwei Tage später nach St. Maurice zurück, wohnte aber nicht mehr bei ihrem Mann und den Kindern. 

 

Nach vier langen Prozessjahren wurde die Ehe 1891 geschieden. Die erste Scheidung in einem konservativen Kanton, der tief verankert war in seinen katholischen Traditionen, wirbelte einigen Staub auf. Da man nichts auf die leichte Schulter nahm, wurde die Ehesituation vollständig durchleuchtet und analysiert, bevor die Scheidung ausgesprochen wurde. Man wollte alles wissen. Es reichte nicht, dass die Ehepartner sich gegenseitig Unvereinbarkeit vorwarfen.

 

Hier sind Ausschnitte aus dem Scheidungsprotokoll:

 

21. Juni 1886 – Ernest Bertrand reicht beim Gericht des Distrikts St. Maurice die Scheidung ein mit der Begründung, dass ein Eheleben unmöglich sei wegen „Inkompatibilität und anderer Motiven“. In diesem Schreiben kommt das Ehepaar überein, dass Marie die Erziehung des Sohnes Jules übernimmt. Die anderen drei Kinder sollten beim Vater bleiben.

 

30. Juni 1886 – Das Gericht entscheidet, dass einzig der Wunsch beider Parteien nach Scheidung nicht ausreicht, um einen so schwerwiegenden Akt zu rechtfertigen.

 

Es mussten also Beweise und Zeugen für die „Unvereinbarkeit“ des Ehepaares gefunden werden.

 

31. Juli 1886 – Marie wird von Richter Chappelet verhört.

 

3. August 1886 – Marie schreibt einen leidenschaftlichen Brief an ihren Ehemann, in dem sie ihn bittet zurückkommen zu dürfen, da sie sich nach den Kindern sehnt. Sie gibt zu, einen Fehler begangen zu haben und verspricht, dass dies in Zukunft nie mehr geschehen würde. Sie endet mit den Worten „… wenn Sie mich schon nicht als Ihre Frau zurück haben wollen, nehmen Sie mich bitte als Ihre Magd.“ Ernest lässt sich von diesem herzergreifenden Brief nicht erweichen.

 

19. August 1886 -  Marie erhält eine Vorladung vom Gericht. Am 26. August soll sie den Richtern in aller Öffentlichkeit Rede und Antwort stehen. Ernest wird für den 30. August vorgeladen.

 

Um finanziell überleben zu können, verlangt Marie das Nutzungsrecht und den Gewinn ihrer mit in die Ehe gebrachten Besitztümer. Außerdem bittet sie darum, dass ihr zwei ihrer Kinder zugesprochen werden und dass ihr Mann sich an deren Unterhalt beteiligt.

 

Marie muss jedoch geahnt haben, dass all ihre Bitten auf Granit stoßen. Bei der am Ende des 19. Jahrhunderts herrschenden kleinbürgerlichen Mentalität einer katholischen Kleinstadt waren Ehebruch und Scheidung ein enormer Skandal. Marie war von vorne herein in aller Augen „schuldig“. Es wird in keinem Moment des Prozesses auch nur angedeutet, dass Ernest oder Jules Kuhn irgendeine Mitschuld für das Geschehene haben.

Die Insignien der Bäckerei Kuhn sind heute noch in St. Maurice zu finden.


26. August 1886 – Ernests Anwalt ist Achille Chappaz von Monthey, Maries Anwalt De Chastonay von Sierre.
Marie sagt während der Anhörung, dass der einzige Fehler, den sie begangen habe und den sie bereue, darin besteht, am 21. Juni die Scheidungspapiere kopflos und ohne nachzudenken unterschrieben und die gemeinsame Wohnung im Affekt verlassen zu haben. Einen anderen Fehler habe sie nicht begangen.

 

Der Richter wirft ihr vor, eine Beziehung mit dem Bäcker Jules Kuhn gehabt zu haben, den sie bei der Weinernte in Perrières kennengelernt hatte. Marie streitet kategorisch ab, jemals eine intime Beziehung mit einem anderen Mann gehabt zu haben. Sie sei ihrem Mann immer treu gewesen. Die Briefchen, die ihr Mann gefunden hat und als Beweis darlegt, seien Kindereien ohne Wichtigkeit.

 

Der Richter gibt an, dass Ernest die Güte gehabt hätte, ihr die Wohnung in St. Maurice als Wohnort zu überlassen, während er selber mit den Kindern nach Saxon ziehen wollte. Marie erklärt, dass ihr Mann ihr niemals diesen Vorschlag gemacht habe. Sie hätte dieses Angebot nur zu gerne angenommen.

 

Bezeichnend ist, dass der Richter Marie u.a. fragt, wie sie an das Buch „Germinal“ von Emile Zola gekommen sei, das man bei ihren Sachen fand. In den Augen des Richters war es suspekt, wenn man einen revolutionären Roman las, ein Zeugnis für unmenschliche Arbeitsbedingungen und zwischenmenschliche Gleichgültigkeit. Sozialismus und Arbeiterbewegung – das waren rote Tücher in den Augen der damals herrschenden puritanisch-konservativen Oberschicht.

 

6. November 1886 – Im Beisein der beiden Anwälte droht Marie ihrem Mann mit dem Gerichtsvollzieher, wenn er ihr nicht umgehend ihr Eigentum übertragen und ihr ebenso ihre Möbel und persönlichen Dinge aus der Wohnung aushändigen würde. Marie ist verzweifelt, hoffnungs- und mittellos. Ihre Lage ist unerträglich. Sie wohnt in St. Maurice, vielleicht bei ihrer Mutter und deren Mann oder bei ihrem Bruder Gistald, der eigene Probleme hat. Marie hat keinerlei Einkünfte und weiß nicht, wie sie länger überleben kann. Ihre Drohung mit dem Gerichtsvollzieher beweist, dass sie nach fünf Prozessmonaten die Hoffnung auf eine gütliche Lösung aufgegeben hat.

 

In einer erneuten Befragung wird ihr vorgeworfen, dass sie die Briefchen, die sie mit ihrem „Liebhaber“ ausgetauscht hat, durch ihre Tochter überbringen ließ, wenn sie diese zum Brotkaufen schickte. Sie waren im Einkaufsheft versteckt. In einem der Mitteilungen an Jules Kuhn redet sie ihn mit „mein Geliebter“ an. Marie bestreitet, dass dieser Text von ihr ist. Sie gibt allerdings zu, kleine Briefe mit Jules Kuhn ausgetauscht zu haben. Erneut betont sie, dass dieser schriftliche Austausch eine Kinderei ohne Konsequenzen und ohne eine intime Beziehung gewesen sei.

 

Als der Richter sie fragt, ob die Entdeckung dieser Briefe dazu geführt habe, dass das Eheleben unmöglich für sie und ihren Mann geworden sei, gibt sie zur Antwort: „Monsieur Bertrand hat nicht das Recht zu behaupten, dass unser Eheleben erst nach der Entdeckung der Briefe unmöglich geworden ist. Monsieur Bertrand weiß genau, dass sein Benehmen mir gegenüber schon seit vier Jahren nicht mehr das eines guten Ehemannes ist – lange bevor Monsieur Kuhn ins Spiel kam.“

 

12. Mai 1887 – Marie besteht darauf, dass nicht alle vorgelegten Mitteilungen an Jules Kuhn von ihr geschrieben worden seien.

Sie erinnert ihren Mann daran, dass sie immer noch nicht ihr gesamtes Eigentum von ihm erhalten habe. Sie gibt ihm noch acht Tage unter der Androhung, danach das Gericht einzuschalten.

 

2. November 1887 – Die Experten bestätigen, dass es sich bei allen gefundenen Briefchen um die Handschrift von Marie handelt. Der Anwalt von Marie verlangt eine Gegenexpertise.

 

Im Jahr 1888 und 1889 finden keine Anhörungen vor Gericht statt.

 

14. Mai 1890 – Nach einer Reihe von graphologischen Gutachten werden sämtliche Briefchen Marie zugeordnet. Es wird eng für sie. Der Richter genehmigt eine Frist für einen Gegenbeweis.

 

13. September 1890 – Ernest wird gefragt, ob seine Frau die Scheidungspapiere unter seinem Einfluss und unter großem Druck unterschrieben habe. Er entgegnet: „Sie war keine Ehefrau, die sich beeinflussen ließ oder der man etwas befehlen konnte.“

 

Genau diese Eigenschaften, die Ernest seiner Frau vorwirft, waren wahrscheinlich der Grund dafür, dass er sie los werden wollte. Sie hatte sich seinem Einfluss entzogen und war selbständig und „aufmüpfig“ geworden. Das muss dem grantigen Haustyrannen nicht gefallen haben. Somit kam ihm die angebliche Affäre von Marie gerade Recht.

 

Bezeichnend ist, dass er die Scheidungspapiere gleich am Tag der Entdeckung der Briefchen ausgestellt hatte. So eilig hatte er es, sich von seiner Frau zu trennen. Keine Aussprache, keine Überprüfung der Tatsachen, keine sorgfältigen Überlegungen wegen der Konsequenzen! Sein Wunsch nach Trennung war sicher nicht neu. Marie hatte ihre Schuldigkeit getan und ihm sechs Kinder geboren, von denen vier lebten. Jetzt konnte sie gehen. Eine widerspenstige Frau, die nicht unterwürfig all seine Wünsche erfüllte, konnte er nicht gebrauchen. Das kleinere Übel war, die Kinder allein groß zu ziehen.

 

2. Januar 1891 – Das Gericht kommt zu dem Entschluss, dass die Ehe von Marie und Ernest zerrüttet ist und geschieden werden soll. Alle Kinder werden Ernest zugesprochen. Er ist für die Erziehung und Kosten allein verantwortlich. Die Kosten des Prozesses muss die „Schuldige“ übernehmen.

 

7. April 1891 – Die Scheidung wird ausgesprochen und ist gültig. Es wird erwähnt, dass die gefundenen Briefchen die Würde und Ehre einer Ehefrau und Mutter kompromittieren und dass sie schwere, schändliche Beleidigungen gegenüber dem Kläger beinhalten.

 

Das war der Anfang vom traurigen Ende für Marie.

 

War es nicht menschlich und natürlich, dass sich Marie mit 27 nach etwas Beachtung, Anerkennung und Zärtlichkeit sehnte, was ihr der über doppelt so alter Ehemann Ernest ihr nicht geben konnte? Es steht außer Frage, dass sie mit Jules Kuhn ein romantisches Techtelmechtel hatte. Die ausgetauschten Briefchen beweisen das. Es ist jedoch nicht bewiesen, dass diese Beziehung auch physischer Art war. Marie streitet das bis zum Schluss ab. Monsieur Kuhn wurde nie befragt. Ein Mann konnte sich ungestraft benehmen, wie er wollte – eine Frau nicht! Auch wenn man Frauen wegen Ehebruchs nicht mehr steinigte, so wurde doch dieses „unverzeihliches Verbrechen“ zu jener Zeit mit Rufmord, Kindesentzug und finanzieller Not bestraft.

 

Marie ging nach Deutschland, um Abstand zu gewinnen. In Württemberg arbeitete sie als Gesellschafterin und später als Weißnäherin. Erst etwa 10 Jahre später kehrte sie in die Schweiz zurück. Ihren Kindern schickte sie Postkarten, Briefe und Päckchen. Dennoch reichte die Zeit, um sie ihr total zu entfremden. Der Einfluss des Vaters tat das Übrige.

 

Ernest wohnte mit seinen Kindern in Saxon. In St. Maurice behielt er eine Wohnung im dritten Stock gegenüber vom Café de la Poste. Ernests Geiz war legendär. Sein Zimmer in Saxon heizte er nie, so dass die Tinte auf seinem Schreibtisch im Winter gefror.  

 
Die Bertrand-Kinder Aglaë, Jules, Adrien und Marie-Louise 1885
 

Trotz ihres geringen Alters war Mimi für das Essen verantwortlich. Eines Tages, nachdem sie das Mittagessen zum Kochen auf den Herd gestellt hatte, ging sie mit ihrer Puppe spielen. Als sie sich schließlich wieder an ihre Aufgabe erinnerte, fand sie in der Küche eine undefinierbare, zerkochte Masse im Topf wieder. Um das Ganze zu retten fügte sie Schokoladenpulver hinzu. Sie war gerade einmal 13 Jahre alt und offensichtlich ziemlich erfindungsreich. Es ist nicht überliefert, was der Vater der kleinen Mimi zu dem speziellen Mittagessen gesagt hat, aber man kann es sich vorstellen.

 

Aglaë (Mimi), Marie-Louise (Toutou) und Jules nahmen ihre Mahlzeiten allein ein. Nur der kleine Adrien (Didi) durfte bzw. musste am Tisch seines Vaters sitzen und mit ihm speisen. Die Mahlzeiten waren sicher nicht raffiniert, aber das Besteck war aus massivem Silber.

 

Nicht nur Mimi übertrug Ernest schwierige Aufgaben. Adrien war acht Jahre alt, als sein Vater ihn mit einem Zicklein zu Fuß von Saxon nach Martigny schickte (ca. 11 km), um sie auf dem Markt zu verkaufen. Der kleine Adrien marschierte mit dem Zicklein am Strick tapfer los. Im Nachbarort Gottefrey wurde er von einem Mann angesprochen, der ungläubig den Kopf schüttelte, als er von Adriens Auftrag erfuhr. Der nette Herr nahm Adrien unter seine Fittiche. Der Verkauf verlief bestens. Ernest freute sich über den Erlös. Was hätte er wohl gesagt, wenn jemand seinen unerfahrenen Sohn auf dem Markt übers Ohr gehauen hätte und er mit einem Bruchteil des Geldes Heim gekommen wäre?

 

Zum Glück engagierte und bezahlte Ernest wenigstens für die Wäsche eine Frau aus dem Ort.

 

Neben der Strenge konnte Ernest jedoch auch ein aufmerksamer, liebevoller Vater sein, der sich besonders um den Jüngsten kümmerte. An langen Winterabenden spielte er mit ihm Schach. Eines Tages fragte er den jungen Adrien: „Was möchtest du werden, wenn du groß bist?“ „König“, war die prompte Antwort. Ernest erklärte ihm, dass das nicht eben einfach sei, weil nur wenige Posten in diesem Beruf frei wären. „Dann eben Papst“, war der nächste Vorschlag. Lachend klärte sein Vater ihn darüber auf, dass es noch schwieriger sei, Papst zu werden als König. Adrien verlor jedoch nicht die Fassung und meinte schließlich: „Na, dann werde ich eben Papa.“

 

Als Ernest am 26. Februar 1908 mit 78 Jahren starb, war sein Lieblingskind Adrien 24 Jahre alt. Durch die wochenlangen Nachtwachen am Kranken- und Sterbebett seines Vaters war er geschwächt und desorientiert. Dennoch besuchte er im Juli seinen Onkel Gistald d’Angreville, von dem er gehört hatte, dass er sehr krank sei. Sein Onkel erkannte ihn nicht mehr. Einen Tag später starb auch er.

 

Ernest Bertrand hinterließ seinen Kindern ein bedeutendes Vermögen. Er war sehr sparsam, um nicht zu sagen geizig gewesen. Wenn es um seine Finanzen ging, war er sogar streitsüchtig. Außer dem Prozess gegen seine Frau, führte er Prozesse gegen die Gemeinde Saxon, den Kanton Wallis und gegen das Ehepaar Dirac, das die d’Angreville-Kinder nach Jacques-Etienne d’Angrevilles Tod aufgezogen hatte. Er warf Maries Mutter und ihrem 2. Ehemann Louis-François Dirac vor, das Erbe der d’Angreville-Kinder schlecht verwaltet und sich selber bereichert zu haben.

 

In späteren Jahren scheint das Verhältnis zu der Familie Dirac dennoch nicht schlecht gewesen zu sein, denn Marie bestimmte ihre Mutter Jeanne Dirac zur Patin ihres jüngsten Kindes Adrien. Vielleicht war das auch ein Zeichen ihrer Rebellion gegenüber ihrem Gatten. Jedenfalls war es ihr gelungen, hier ihren Willen durchzusetzen.

 

Adrien erinnert sich später an Besuche bei der Halb-Schwester seiner Mutter, seiner Tante Anaïs Dirac. Es wird gesagt, dass Anaïs den 2-jährigen Adrien im Jahr 1886 zwei Monate lang bei sich aufgenommen und gepflegt hat, als er an einer schweren Grippe erkrankt war. Anaïs war Hebamme und medizinisch ausgebildet. Dies muss während der Zeit gewesen sein, als Marie von ihrem Mann aus dem Haus verbannt wurde. Es ist erstaunlich, dass Ernest seinen kleinen Sohn lieber „dem ehemaligen Feind “ überließ als der abtrünnigen Ehefrau und Mutter des Kleinen.

 

Noch bevor Ernest starb, kam Marie aus Deutschland zurück. Sie war sehr verschwenderisch mit ihrem Vermögen umgegangen, so dass sie total verarmt war. Sie ließ sich in Saxon, Wallis nieder – im gleichen Ort, in dem auch ihr Ex-Mann und ihre Kinder wohnten.

 

Aus Sorge um die Familienehre zahlten ihre Kinder ihr eine kleine Rente. Sogar Ernest wies seine Tochter Aglaë an, ab und zu etwas Haushaltsgeld abzuzweigen und der Mutter zu geben. Die Zuwendungen waren jedoch knapp bemessen, denn die Kinder waren der Meinung, dass man mit Mitte 40 durchaus noch in der Lage sein sollte, selber etwas Geld zu verdienen.

 

Marie wohnte in einem bescheidenen Dachzimmer. Sie verkaufte nach und nach die ihr noch verbliebenen Sachen aus dem d’Angreville-Haushalt und bettelte ihre Kinder immer wieder um zusätzliches Geld an. Sie beschwerte sich, dass die 35 Franken Rente pro Monat lediglich für die Miete, ein bisschen Brot und Milch reichten. Sie bat sogar alte Familienfreunde um Geld, indem sie sich bitter darüber beklagte, dass ihre Kinder sie nicht ausreichend unterstützten.

 

Aus lauter Frust und Bitterkeit wurde Marie Alkoholikerin. Das finanziell abgesicherte Leben ihrer Kindheit und während ihrer Ehe hatte sie nicht darauf vorbereitet, aktiv für ihren Lebensunterhalt aufzukommen und ihr Geld zusammenzuhalten.

 

Ihre Kinder kamen überein, ihr die Pension in einem Altersheim zu bezahlen, was sie jedoch empört ablehnte. Sie drohte damit, Adrien im ganzen Kanton anzuschwärzen und allen zu erzählen, dass er seine Mutter in ein „Asyl“ abschieben wolle. Jules unterstützte seine Mutter und erinnerte seinen Bruder Adrien daran, dass schließlich beide Eltern Schuld an der Scheidung trügen. Adrien war empört über diese „Entweihung“ seines Vaters. Es kam zum Bruch zwischen den Brüdern. Die ganze Angelegenheit brachte zu Tage, wie sehr Jules unter der Bevorzugung von Adrien als Ernests Lieblingssohn gelitten hatte und wie sehr Adrien seinen Vater über dessen Tod hinaus verehrte. Dennoch stand Adrien aus Pflichtgefühl seiner Mutter bei, die aber immer noch nicht zufrieden war.

 

Auf Grund der Beschwerden von Marie mischte sich die Gemeinde Saxon ein und erstattet Anzeige gegen die Geschwister Bertrand wegen Vernachlässigung ihrer Mutter. Nun war die Misere, in der sich Marie angeblich befand, im ganzen Kanton bekannt.

 

Ganz schlimm für Marie muss die Tatsache gewesen sein, dass man ihr den Umgang mit ihren Enkelkindern verbat. Vielleicht war dieses Verbot die Rache ihrer Kinder für ihre öffentliche Beschwerde bei der Gemeinde. Für die Familien ihrer Kinder war sie eine „Sünderin“ und kein guter Umgang für ihre Enkel. Ihr Ex-Mann Ernest dagegen wurde als liebender Vater hingestellt, der die Erziehung der von der Mutter verlassenen Kinder hingebungsvoll gemeistert hatte.

 

Adrienne Bertrand, eine Tochter von Adrien, vergaß Zeit ihres Lebens nie den Tag, als ihre Großmutter Marie sie nach der Schule abpasste. Marie hatte aus der Schule kommende Kinder nach Adrienne gefragt, weil sie nicht einmal wusste, wie ihre Enkelin aussah! Die Kinder riefen nach Adrienne, die sich umschaute, die alte Dame sah und weglief. Sie wusste instinktiv, dass es sich hier um ihre Großmutter handelte, über die zu Hause nie, im Dorf aber viel geredet wurde. Sie hatte Angst vor dieser Großmutter und Angst vor dem Gerede der anderen Kinder. Als Erwachsene bereute sie ihr Verhalten, da sie einsah, dass sie ihrer Großmutter damit sehr weh getan hatte.

 

Der Verfall von Marie ging weiter bis zu ihrem Tod am 15. März 1934. Bis zum Schluss wehrte sie sich dagegen, in einem Heim „eingesperrt zu werden“. Sie hatte immer dafür gekämpft, auf ihre Weise zu leben und hätte sich niemals der Disziplin eines Heims untergeordnet.

 

Marie wurde still und leise in Saxon beerdigt. Die zwei Töchter von Adrien pflegten das Grab, bis es nach 25 Jahren aufgehoben wurde.

 

Und was wurde aus den Kindern von Marie?

 

Die Älteste, Aglaë Bertrand genannt Mimi (1879-1938), erlag dem Charme eines Deutschen, Victor Schmitz, der – wie sich später herausstellen sollte – mehr an ihrem Vermögen als an ihr selber interessiert war. Das Ehepaar hatte zwei Kinder: Jacques und Colette Schmitz. Auch diese Ehe wurde geschieden. Mimi zog wieder in ihr Elternhaus nach Saxon. Jacques und Colette hatten keine Kinder.

 
Aglaë Schmitz geb. Bertrand
 

Eine Großnichte erinnert sich, dass Tante Mimi ziemlich korpulent war. Wenn sie sich am Sonntag für die Kirche anzog, musste sie den Hut aufsetzen, bevor das Korsett zugeschnürt wurde, denn nachher war es ihr unmöglich, die Arme zu heben. Es war ihre Schwester Marie-Louise, die das Korsett mit aller Kraft zuzog, um Mimi eine gewisse Taille zu gestatten.

 

Marie-Louise Bertrand (1880-1949) heiratete Edmond Ribordy. Sie hatten vier Kinder: Gabrielle, Antoine, Georges und Max. Die Familie wohnte zunächst in Bex, dann in St. Maurice, wo Edmond Vorsteher des Güterbahnhofs war. Edmond engagierte sich in der Politik und war Abgeordneter des Großen Rats. Außerdem war er ein passionierter Bienenzüchter. Marie-Louise und Edmond haben eine zahlreiche Nachkommenschaft.

 
Marie-Louise Ribordy geb. Bertrand
 

Jules Bertrand (1882-1943) wurde Apotheker. Er arbeitete zunächst in Chexbres bis 1933, dann in St. Maurice. Er war Unterpräfekt des Distrikts St. Maurice sowie Präsident und Vize-Präsident der Schweizer Gesellschaft für Volkstraditionen und von 1920 bis 1943 Redakteur der „Walliser Annalen“. Er hat viele Zeugnisse seines Wissens hinterlassen.

 

1908 heiratete er Sylvie Bioley aus St. Maurice. Das Paar hatte sechs Kinder: Guy, Anne-Marie, Renée, Alix, Charles und Jean Bertrand, die alle ohne Nachkommen blieben.

 
Adrien und Jules Bertrand

Adrien Bertrand (1884-1947) wollte eigentlich Architekt werden, wurde dann aber Diplom-Landwirt und bewirtschaftete viele Jahre lang den Familienhof Pérosé bei Saxon, auf dem auch Weinreben angebaut wurden. Adrien war ein liebevoller Vater, gerechter Arbeitgeber und sehr geschätzter Mitbürger. Er unterstützte wohltätige Einrichtungen und war während zwei Amtszeiten Gemeinderat.

 

Mit seiner Frau Denyse Rey hatte er zwei Kinder: Adrienne, Gymnasiallehrerin für Latein und Französisch, und Marie-Louise, Psychologin. Adrien starb im Alter von 63 Jahren an Wundbrand.

 

Maries Eltern, ihre Geschwister und ihre Nachkommen

 

Jeanne Dérivaz  * 10 Dec 1835 St. Gingolph VS  + 4 Aug 1901 St. Maurice VS
1. oo 28 Apr 1859 mit

Jacques-Etienne d’Angreville
  * 9 juil 1808 St. Maurice  + 27 mars 1867 St. Maurice (1-3)
2. oo 19 Apr 1868 mit

Louis-François Xavier
Dirac  * 19 Feb 1810 St. Maurice  + 22 May 1882 St. Maurice (Kind 4)

1

Marie d’Angreville  * 8 Jul 1859 St. Maurice  + 15 Mar 1934 Saxon
oo 20 Aug 1877 – geschieden 7 Apr 1891

Louis Joseph Ernest Bertrand
  * 1 nov 1830 St. Maurice   + 26 fév 1908 St. Maurice

1

1

Sohn Bertrand (Zwilling)  * + 30 Apr 1878

1

2

Sohn Bertrand (Zwilling)  * + 30 Apr 1878

1

3

Marie Aglaë Henriette (Mimi) Bertrand  * 12 Apr 1879 St. Maurice  + 1 Jan 1938 Corseaux 
oo 1911 mit
Victor Schmitz
– geschieden

2 Kinder: Jacques und Colette Schmitz

1

4

Marie-Louise (Toutou) Bertrand  * 6 Okt 1880 St. Maurice  + 27 Nov 1949
oo 17 Nov 1904 mit
Edmond Joseph Antoine Ribordy
  * 4 Sep 1879 Riddes VS  + 6 Feb 1945 St. Maurice

4 Kinder: Gabrielle, Antoine Ernest, Georges und Max Ribordy

1

5

Jules Bernard Auguste Bertrand  * 10 Jul 1882 St. Maurice  + 26 Aug 1943 St. Maurice
oo 4 Nov 1908 St. Maurice mit
Sylvie (ou Sophie) Bioley
  * 8 Apr 1883 St. Maurice
6 Kinder : Guy, Anne-Marie, Renée, Alix, Charles und Jean Bertrand

1

6

Adrien Alfred (Didi) Bertrand  * 27 Mai 1884 St. Maurice  + 22 Jun 1947
oo 18 Apr oder 15 Jun 1917 mit
Denyse Hélène Rey
  * 3 Jan 1894 Saxon 

+ 2 Feb 1971 oder 73 St. Maurice 
2 Kinder : Adrienne (Didette) und Marie-Louise (Rily) Bertrand

2

Gistald d’Angreville  * 9 Feb 1861  + 9 Jul 1908
nicht verheiratet, keine Kinder

3

Gondebald d’Angreville  * 10 Mar 1863 – wandert 1890 nach Argentinien aus
1. oo 1 Okt 1886 St. Maurice mit
Marie-Henriette Barman
  * 16 Jan 1864 St. Maurice

+ 31 Dec 1940 St. Maurice - keine Kinder
2. oo 1891 Argentine mit
Emilia Catalina Barman
  * getauft 3 Jun 1873 Baradera, Buenos Aires, Argentinien – Kind 1
3. oo
1894 mit
Guillermina Marbach
  * 1877 – Kind 2

4. oo
Rivadavia, Mendoza, Argentine mit
Agueda Celis
  * zwischen 1876 und 1884 in Rivadavia, Mendoza – Kinder 3-5

3

1

Maria d’Angreville  * 5 Apr 1892 Buenos Aires, getauft 8 Mar 1898 Buenos Aires

3

2

Carlos Dangreville  * 10 Oct 1896, getauft 23 Jul 1897 Bell Ville, Cordoba, Argentine

3

3

Carlos Enrique Dangreville  * 16 Jul 1902, getauft 30 Oct 1903 Rivadavia, Mendoza  + 7 fév 1971 Mendoza 

3

4

Maria Anaires Dangreville  * 27 Jun 1906, getauft 2 Sep 1906 Rivadavia, Mendoza

3

5

Mercedes Graciela Dangreville  * 30 Oct 1909 Rivadavia, Mendoza, getauft 3 Jan 1910 San Isidro Labrador, Rivadavia, Mendoza, Argentina

4

Anaïs Louise Dirac * 17 Dec 1868 St. Maurice  + 18 Jan 1945 St. Maurice
oo 7 Jun 1886 St. Maurice mit

Wilfrid
Jérôme Antoine
Martin  * 30 May 1861 Martigny  + 06 March 1926 St. Maurice

 4

1

Francis Jean Baptiste  Martin * 16 May 1888 St. Maurice + 1977
oo Berthe Michard * 23 March 1888 Commugny + 1979

 4

2

Edwige Martin * 27 Nov 1889 St. Maurice + 22 Nov 1972 St. Maurice
oo Xavier Barman * 27 Feb 1879 St. Maurice + 13 Dec 1964 St. Maurice

 4

3

Rodolphe Henri Félix Martin * 18 Apr 1891 St. Maurice + 4 Sep 1978 St. Maurice
oo Madeleine Pfammatter * 25 May 1893 Mund VS + 14 May 1976 Monthey VS

 4

4

Jeanne Martin * 19 Apr 1893 St. Maurice + 1970 Genève
oo Arnold Boesiger * 17 Aug 1889 Genève + 1960

 4

5

Jules Martin * 4 Nov 1894 St. Maurice - 18 Oct 1993 Sion VS
oo Rose Ponnaz * 19 Dec 1892 Bex VS

 4

6

Wilfrid Martin * 20 Sep 1896 St. Maurice + 1975
oo Lucienne Steinegger * 1897 + 1965 Monthey

 4

7

René Henri Joseph Martin * 7 Apr 1900 St. Maurice  + 19 Nov 1984 Clackamas OR
1. oo: Rachel ?
2. oo: Kathleen Eunice McRann * 6 Dec 1911 Ailsa Craig CAN
+ 10 Dec 1994 Clackamas, Oregon USA

 4

8

Anna Yvonne Elise Martin * 5 March 1902 St. Maurice + 5 May 1989 Sao Paulo, Bras.
oo Ernst Johann Villiger  * 23 Apr 1893 Lachen SG + 14 Jul 1960 Sion VS

 4

9

Paul A. Martin * 2 Feb 1904 St. Maurice + 27 Feb 1998 Wichita, Kansas USA
oo Elgea Beliveau * 25 Oct 1905 Troisrivières, Quebec CAN + 16 Jan 1992 Wichita KS

 4

10

Marguerite Martin * 12 Feb 1906 St. Maurice + 2 Feb 1994 Sion VS
1. oo Victor Ramoni * 20 Mar 1893 Martigny + 4 Aug 1978
2. oo Ramoni * 5 Mar 1912 + 1946

 4

11

Andrée Martin * 19 July 1908 St. Maurice + 23 Sep 1976 Monthey VS
oo André Sarrasin * 15 Feb 1897 St. Maurice + 28 Jul 1960 St. Maurice

 

 

Quellen

-  Aufzeichnungen zur Familiengeschichte von Léonard Ribordy, Ur-Enkel von Marie Bertrand geb. d'Angreville
-  Verschiedene Familienforschungsseiten im Internet
-  Die Fotos wurden mir freundlicherweise von Jean-Pierre Coutaz, St. Maurice zur Verfügung gestellt.

 

Die Nachforschungen für diese Geschichten haben sehr viel Zeit in Anspruch genommen.
Das Copyright liegt ausschlie
ßlich bei mir.
Es ist nicht gestattet, diese Geschichten oder Teile davon ohne meine Erlaubnis zu kopieren. 

 

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